Fleisch-ein Relikt der Steinzeit?

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Vor kurzem schlenderte ich durch den Supermarkt und mir fiel auf, dass es seit einiger Zeit mehr und mehr Zeitschriften über Veganer und vegetarische Küche, sowie Veganismus im Allgemeinen gibt. Ich bemerkte aber auch, dass es nun auf einmal auch mehr Zeitschriften gibt, die sich ausschließlich dem Thema Fleisch widmen!

Veganismus ist glücklicherweise momentan überall ein Thema, sei es in den großen Tages- oder Wochenzeitungen und Zeitschriften wie TAZ, Zeit, Spiegel und Stern oder im Fernsehen. Sendungen über Veganismus stehen neuerdings im Programm der ARD und bei RTL.  Sogar auf den Internetseiten von Dr. Oetker kann man mittlerweile auch vegane Rezepte finden. Das Thema wird überall aufgegriffen, man denke nur an die Anzahl der Blogs über Veganismus, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Veganismus gilt als trendy und sexy, Stars wie Beyonce und Alec Baldwin, Natalie Portman und viele andere Hollywood- Schauspieler preisen das vegane Leben als Energie- und Jungbrunnen.  Sogar hochrangige Politiker wie Bill Clinton und Al Gore sind Aushängeschilder für veganes Leben.


Vegan- das ist mittlerweile für viele Menschen gleichbedeutend mit Gesundheit und Modernität und nicht zuletzt umweltfreundlichem Verhalten. Es lässt sich nicht mehr länger leugnen, die einst belächelte Generation der humorlosen, Körnerbrei und Salat knätschelnden Ökogutmenschen, die in den Achtzigern Vegetarier waren und noch Käse aßen (heute undenkbar)  sind heute spannende, auf der Höhe der Zeit reisende Menschen, die den veganen Lebensstil verkörpern und als jung, hip und gesundheitsbewusst gelten. Keine Großstadt mehr ohne vegane Restaurants oder vegane take away Buden, keine Zeitschrift mehr ohne vegane Rezepte. Wer es jetzt noch nicht mitbekommen hat, lebt auf einer kleinen Insel in der Südsee oder als Einsiedler!
Verweigern geht nicht mehr, selbst wenn man nicht Teil der veganen Bewegung ist, kann man sich ihr nicht entziehen, jeder hat Freunde die vegan leben oder kennt jemanden, der jemanden kennt! Es springt einem, wenn nicht im Fernsehen, dann im Internet geradezu an, leugnen ist nicht mehr drin. Die Zeiten haben sich geändert, Fleischkonsum wird reduziert, es kommt nicht mehr jeden Tag auf den Teller. Der Trend geht zum Sonntagsbraten! (Jede Form der Reduzierung des Fleischkonsums wird von mir als Schritt in die richtige Richtung gesehen!)
Der Vegetarierbund beziffert die Zahl der Vegetarier hierzulande auf sieben Millionen. Das wären knapp acht Prozent der Bevölkerung. Menschen, die nur an einzelnen Tagen in der Woche Fleisch konsumieren, und somit in der Menge deutlich weniger als bislang üblich, werden auf sieben bis acht Prozent der deutschen Haushalte geschätzt.

Die Fleischlobby, die sich traditionell vornehm zurückhält, wenn es darum geht, Begriffe wie Massentierhaltung oder Antibiotika mit Fleisch in Verbindung zu bringen, macht sich auf einmal Sorgen! Sie erstellt Internetpräsenzen, die sich eigens damit beschäftigen, Fleisch als gesundes und wertvolles Lebensmittel zu vermarkten. Wer kennt nicht den Slogan: „Fleisch-ein Stück Lebenskraft !“, fragt sich in dem Falle nur, für wen das Lebenskraft  sein soll- für die gefolterten und missbrauchten Lebewesen sicherlich weniger! Für den Mensch, der das ‚gesunde‘ Fleisch isst, welches Antibiotika enthält und ihm die Arterien verstopft, ist es jedoch auch keine Lebensqualität! Die Fleischindustrie sieht tatsächlich eine Gefahr am Fleisch-Horizont, denn nur so lässt es sich erklären, dass sie jetzt sogar an die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft geht, an Kinder!

Werbung an Schulen ist grundsätzlich verboten. Dennoch versuchen Lobbygruppen der Fleischindustrie, Schüler zu beeinflussen – mit Werbung, die als Unterrichtsmaterial getarnt ist. In Broschüren wie “Das Geflügel: Woher kommen Chicken Nuggets, Putenschnitzel und Co?” wird industrielle Tierhaltung trotz des offensichtlichen, massiven (!) Tierleids als tierfreundlich verkauft. Schulmaterial ist teuer und die gebeutelten Lehrer nehmen es gerne als Hilfe an. Kritisches Hinterfragen ist natürlich unerwünscht und nach Möglichkeit sollen die Kleinsten schon eine Gehirnwäsche erhalten, um brav an die Mär vom gesunden Fleisch aus ‚artgerechter Haltung‘ zu glauben!

Die mächtige und reiche Fleischbranche mischt ganz vorne mit in Brüssel und schreibt die Gesetzestexte gleich mit, wenn es um Kontrollen oder Einschnitte in die Machenschaften der Fleischindustrie geht!  Wenn es nicht so traurig wäre, wie die Politik sich der Industrie unterwirft, wäre es schon fast zum Totlachen!

Ob Bodenerosion, Luftverschmutzung, Wassermangel oder Verlust der Biodiversität und Erderwärmung: „Viehhaltung“, heißt es in einem Report der Vereinten Nationen, „stellt sich als einer der zwei oder drei wichtigsten Verursacher unserer größten Umweltprobleme heraus.“ Was die internationalen Fischfangflotten innerhalb weniger Jahrzehnte in den Weltmeeren angerichtet haben, ist Massenausrottung. Es gibt sogar Experten, welche Fischerei mit modernen Technologien für die umweltschädlichste Aktivität halten, die zur Zeit auf unserer Erde stattfindet.

Aber haben Menschen nicht schon immer Fleisch und Fisch gegessen?
In grauer Vorzeit, als die Menschen noch gegen Mammuts kämpften, war Fleisch der wichtigste Eiweiß- und Energielieferant. So Mancher rechtfertigt es so vor sich und der Welt, Menschen haben schon vor Urzeiten Tiere gejagt und gegessen! Der Homo Sapiens hat sich mit Fleisch als Haupt-Eiweißträger zu dem entwickelt, was er heute ist. Hungersnöte gibt es, seit die Menschheit existiert. Nach und auch während der Weltkriege hatte man keine Wahl und war dankbar für jedes Essen. Heißt das aber folglich, dass es auch immer so bleiben muss? Darf sich die Menschheit nicht mehr weiterentwickeln? Selbst wenn man die moralische Verpflichtung gegenüber den Tieren nicht als Argument für den Veganismus anerkennt, darf man nicht außer Acht lassen, dass die Massentierhaltung nicht nur das Klima irreversibel schädigt, sondern obendrein den Welthunger verursacht.

Etwas weniger als eine Milliarde Menschen hungern derzeit, wir können diesen Hunger beenden, indem wir die weltweite Getreide- und Sojaernte nicht zu Viehfutter verarbeiten.

Heutzutage haben wir eine nahezu unendliche Auswahl an Lebensmitteln, die uns in den Industrienationen zur Verfügung steht. Wir haben die freie Wahl und bei so machem Mensch endet dies in Wahllosigkeit. Fleisch müsste keiner mehr essen, denn es gibt genug pflanzliche Nahrung, die jeden Nährstoff und auch Mikronährstoff abdeckt. Die Versorgung der gesamten Menschheit, nicht ausschließlich die der Industrienationen, könnte vollkommen ohne tierische Produkte gewährleistet sein. Warum also isst der Mensch noch immer Fleisch und zerstört damit die Umwelt? Dass unser Fleischkonsum eine Gefahr für das Klima darstellt, ist seit langem bekannt, dennoch ist das Thema für sehr viele Menschen einfach zu abstrakt.

Ganz konkret dagegen sind die Folgen des Fleischkonsums für die Gesundheit. Es gibt kaum mehr einen Ernährungsexperten, der nicht von Fleischkonsum abrät, wenn doch sind sie oft Marionetten der Fleischindustrie. Die Folgen für die Gesundheit sind so gravierend, dass es eigentlich Warnhinweise auf den Verpackungen geben müsste!

Für viele Veganer steht aber nicht die Gesundheit, sondern das Leiden der Tiere zu vermeiden an oberster Stelle. Das mächtigste Tier auf diesem Planeten, der Mensch, wird nicht umhinkönnen, sich die Frage der Moral zu stellen, denn das Klima wird irreversibel geschädigt, jeden Tag!  Tiere stellen sich die Frage des Tötens nicht. Der Tod ist Teil des Lebens, das stimmt, aber ist dies wirklich eine Rechtfertigung?

Dies kann keine Entschuldigung oder Rechtfertigung für das Verhalten des einzelnen Menschen sein. Jeder Mensch muss sich Gedanken um unsere Umwelt machen, denn wir haben nur diesen einen Planeten und es stellt sich die Frage, was für eine Welt wir unseren Nachkommen hinterlassen werden? Der Mensch muss wieder einen Meilenstein der Geschichte setzen und den Weg zur pflanzlichen Ernährung einschlagen, nur so kann unsere Erde so schön bleiben, wie sie jetzt noch ist!
Denke grün!
Erde
Erde

2 Kommentare zu „Fleisch-ein Relikt der Steinzeit?

    Vanillaholica sagte:
    Juli 4, 2015 um 7:40 am

    Ja das denk ich auch👌🏻 vorallem gibts auch immer mehr vegane Produkte- sehr brutal wie das jetzt alles boomt☝🏻️

    Gefällt 1 Person

      Vegan-Century.com geantwortet:
      Juli 9, 2015 um 9:59 pm

      Ich war heute in einem Supermarkt auf einem Demeterhof und war überrascht, dass sie dort auch sehr viele vegane Produkte hatten, eine riesige Auswahl. Es boomt überall!

      Gefällt mir

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