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Wie werde ich Veganer? – Ein paar Einsteiger -Tipps — Wir essen Pflanzen

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Veganismus wird ja gerne mal als Trend bezeichnet. Und das stimmt irgendwie ja auch. Und es ist ein guter, wie ich finde ;). Denn gerade in den letzten Jahren hat das Thema weit mehr Aufmerksamkeit erhalten, als die Jahrzehnte davor. So finden sich heute vor allem in Großstädten Restaurants, die sich auf eine rein pflanzliche […]

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Fleisch-ein Relikt der Steinzeit?

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Vor kurzem schlenderte ich durch den Supermarkt und mir fiel auf, dass es seit einiger Zeit mehr und mehr Zeitschriften über Veganer und vegetarische Küche, sowie Veganismus im Allgemeinen gibt. Ich bemerkte aber auch, dass es nun auf einmal auch mehr Zeitschriften gibt, die sich ausschließlich dem Thema Fleisch widmen!

Veganismus ist glücklicherweise momentan überall ein Thema, sei es in den großen Tages- oder Wochenzeitungen und Zeitschriften wie TAZ, Zeit, Spiegel und Stern oder im Fernsehen. Sendungen über Veganismus stehen neuerdings im Programm der ARD und bei RTL.  Sogar auf den Internetseiten von Dr. Oetker kann man mittlerweile auch vegane Rezepte finden. Das Thema wird überall aufgegriffen, man denke nur an die Anzahl der Blogs über Veganismus, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Veganismus gilt als trendy und sexy, Stars wie Beyonce und Alec Baldwin, Natalie Portman und viele andere Hollywood- Schauspieler preisen das vegane Leben als Energie- und Jungbrunnen.  Sogar hochrangige Politiker wie Bill Clinton und Al Gore sind Aushängeschilder für veganes Leben.

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Fragen, die jeder Veganer mal beantworten muss…

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Kennst du das? Du sitzt mit Menschen im Restaurant und die Karte kommt. Alle schauen rein und dann kommts: ‚Was isst du denn jetzt? Da ist ja gar nichts für dich dabei, oder? Isst du Salat?‘

So oder so ähnlich habe ich es schon oft erlebt, teilweise nahm es aberwitzige Züge an, wenn meine Mitmenschen ihre Nasen tief in die Karte gesteckt und sich ihre Köpfe darüber zerbrochen haben, was ich essen könnte. Irgendwie süß, beim Italiener beispielsweise überlegten sie, ob ich die Pizza ohne Käse bestellen solle oder ob man Vitello Tonnato vegan zubereiten könnte! Oder, jetzt kommts: Ob ich nicht ausnahmsweise mal den Lachs nehme, der ist doch so gesund!! Ich lache mich schon mal schlapp! Ich bin kein Guerilla-Veganer, aber das haut mich um!

Ich muss zugeben, seit ich vegan lebe, sind Restaurantbesuche nicht mehr so toll wie früher, zumindest was das Essen angeht. Vegane Restaurants gibt es noch nicht so viele wie in LA oder Berlin und wenn, dann sind sie auch oft weit weg.

Vorurteile gibt es viele und über Veganer schwirren besonders viele in den Köpfen unserer Mitmenschen rum.

Am irrwitzigsten ist es aber, wenn ich mit Menschen an einem Tisch sitze, für die Veganismus in etwas so unvorstellbar ist wie ein Weihnachtsfest ohne Tannenbaum oder noch schlimmer- ein Abend ohne Fernsehen !

Welche Frage mir am meisten gestellt wird verrate ich gleich, aber die Proteinfrage ist es nicht. Die kommt erst an 2. Stelle.

Die numero Uno, Top of the Pops, unausweichlich, allerwichtigste, häufigste Frage lautet: ‚Was isst du denn dann noch?‚ Ja was esse ich denn dann noch?

‚Tja so ziemlich alles, was nicht tierischen Ursprungs ist, voll simpel!‘ In diesem Moment werde ich häufig angeschaut, als wäre ich zur dunklen Seite der Macht übergelaufen!

Es gibt haufenweise Fragen und in so mancher Situation wäre ich gerne besser vorbereitet gewesen, deshalb hier meine Antworten auf die schönsten, immer wieder gerne gestellten Fragen von Carnisten:

Ich halte die Antworten nach Möglichkeit kurz, da keiner meiner Mitmenschen Lust hat auf wissenschaftliche Ausführungen über beispielsweise die Wertigkeit von Proteinen. Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Dies sind nur die Antworten, die ich so im Laufe der Zeit gegeben habe.

1. ‚Aber woher bekommst du dann dein Protein?‘

Einfach; Proteine sind eben nicht nur in den offensichtlichen Nahrungsmitteln (Fleisch, Eier, Milchprodukte) enthalten, sondern in unterschiedlichen Mengen in den allermeisten anderen Lebensmitteln.

Es gibt also keinen Grund sich Sorgen zu machen, wenn man sich abwechslungsreich und vollwertig ernährt.

Besonders viele Proteine stecken beispielsweise in:

HülsenfrüchteSojabohnen 35%
Linsen 34%
Erbsen 29%
Kidneybohnen 58%
Limabohnen 24%
Kichererbsen 21%
Brunnenkresse 84%
Brokkoli 33%
Rosenkohl 31%
Grünkohl 26%
Blumenkohl 32%
Champignons 56%
Kopfsalat 36%
grüne Erbsen 27%
Zucchini 30%
Salatgurken 17%
grüner Paprika 17%
Artischocken 28%
Aubergine 17%
Kohl 24%
Tomaten 19%
Rote Beete 15%
Kartoffeln 18%
Weizen 15%
Roggen 18%
Wildreis 16%
Buchweizen 15%
Hafer 17%
Hirse 12%
Gerste 14%

2.  Was isst du denn dann noch?

Mal abgesehen davon, dass es eine Unmenge an Gerichten gibt, die schon von Haus aus vegan sind, wie beispielsweise viele Nudelgerichte, Currys und Salate und viele Gerichte aus der weltweiten Küche, gibt es eine unglaubliche Vielfalt an pflanzlichen Gerichten. Durchforste mal das WWW und stoße auf ungeahnte Welten voller veganer Rezepte, die richtig lecker sind!

Es gibt außerdem eine Menge Möglichkeiten, herkömmliche Gerichte zu veganisieren.

3. ‚Haben Pflanzen nicht auch Schmerzempfinden/Gefühle?‘

Pflanzen haben kein zentrales Nervensystem, Nerven oder ein Gehirn. Mit anderen Worten , es ist den Pflanzen nicht möglich, etwas zu spüren.

4.  ‚Müssen Kühe nicht gemolken werde? Sonst explodieren sie doch!‘

Eine Kuh kann nur Milch geben, wenn sie ein Kalb zur Welt gebracht hat. Die Kühe auf Bauernhöfen werden jedes Jahr ‚geschwängert‘ damit sie immer weiter Milch geben. In einer natürlichen Umgebung würde die Kuh auch ein Kalb bekommen, das Kalb würde die Milch aus dem Euter trinken und fertig! Keiner müsste die Kuh melken. In der Milchviehhaltung werden die Kühe nach ein paar Stunden oder spätestens einem Tag von ihrem Kalb getrennt, um die Milchproduktion anzukurbeln. Die Kälber werden dann entweder auch irgendwann, wenn sie groß sind, zur Milchproduktion benutzt oder geschlachtet und als Kalbfleisch verkauft.

5.   ‚Muss man als Veganer nicht Nahrungsergänzungsmittel schlucken?‘

Eines vorneweg, die gigantisch große Nahrungsergänzungsmittelindustrie ist nicht wegen ein paar Veganern entstanden.

Ansonsten lautet die Antwort bis auf eine Ausnahme: Nein. Veganer bekommen alle nötigen Nährstoffe durch ihre Ernährung.

Das einzige, was Veganer und auch viele Nicht-Veganer (die durch ihre konventionelle Ernährung genauso unterversorgt sein können) schlucken sollten, ist Vitamin B 12 oder Lebensmittel, die damit angereichert sind, z. B. Sojamilch.

6. Aber was würde mit all den Tieren passieren, wenn wir sie nicht mehr essen würden?

Nun, in deinem Garten gäbe es dann Kühe die den Rasen mähen!  Ich habe außerdem Visionen von Kühen, die die Frankfurter Innenstadt stürmen und Freiheit brüllen! Spaß beiseite.

Die hohe Anzahl an Tieren ist allein der Fleischindustrie geschuldet, das Angebot ist nun mal durch die Nachfrage bestimmt. Außerdem ist es utopisch anzunehmen, dass alle Menschen gleichzeitig aufhören, Tiere zu essen. Mit einer sinkenden Nachfrage gibt es ein sinkendes Angebot – ergo: Je weniger Menschen tierische Produkte konsumieren, desto weniger Tiere werden nachgezüchtet.

7. Ist Fleisch nicht notwendig für eine gesunde Ernährung?

Es gibt inzwischen viele Studien, die belegen, dass eine vollwertige, vegane Ernährung gesund ist. Viele empfehlen die vegane Ernährung sogar ausdrücklich. Natürlich gibt es auch Studien, die das Gegenteil behaupten. Allerdings sollte man sich fragen, wer diese Studie in Auftrag gegeben hat und wem sie nützt. An dem Konsum tierischer Produkte hängt eine Menge Geld – daher wird es immer Leute geben, die alles dafür tun würden, um die vegane Ernährung zu diffamieren.

Mediziner sehen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von fetthaltigem Fleisch und Zivilisationskrankheiten wie etwa Herz-Kreislauferkrankungen, Rheuma und Gicht.

Außerdem ist Fleisch essen gaaanz schlecht für’s Karma!

8. Ist es überhaupt möglich 100prozentig vegan zu leben?

Es geht nicht darum, wer „am vegansten“ lebt. Es geht vielmehr darum, vermeidbares Leid zu vermeiden.

Vegan zu leben bedeutet, anderen Lebewesen so wenig Leid wie möglich zuzufügen. Man kann nur in kleinen Schritten vorgehen und für die meisten Veganer bedeutet es, ganz abgesehen von den gesundheitlichen Vorteilen, unnötiges Leid zu vermeiden. In unserer unperfekten Welt ist niemand perfekt.

9. Brauchen wir keine Milchprodukte für unsere Kalziumversorgung?

Nein.

DIe Versorgung mit Kalzium kann problemlos ohne Milchprodukte erreicht werden.

Tatsächlich enthält Milch zwar viel Kalzium, aber das Ganze hat einen Haken:
Die tierischen Proteine begünstigen die Kalziumausscheidung.

Der Mensch nimmt über Milchprodukte Kalzium auf, scheidet dieses aber
größtenteils durch andere Bestandteile der Milch wieder aus.

Bei der Verdauung von tierischem Protein (wie dem Milcheiweiß) entsteht Phosphorsäure.
Zur Neutralisation der Phosphorsäure benötigt der Körper Kalzium. Da hierzu oft mehr
Kalzium, als in der Milch vorhanden ist, benötigt wird, schwämmt der Körper sogar
Kalzium aus den Knochen aus.

Bei Menschen, die an Osteoporose erkrankt sind, verschlimmert sich sogar die Krankheit durch den Milchkonsum weiter. Menschen, die weitgehend auf Milch verzichten, haben eine höhere Knochendichte und haben seltener Hüftknochenbrüche.

Eine Studie der Havard School of Public Health zeigt eindeutig, dass Mich nicht die beste Quelle für Calcium ist. Grund dafür ist auch,dass der Körper nur eine geringe Menge (30%) des Mineralstoffes aus der Milch aufnehmen kann.

Bessere Kalziumlieferanten sind Hülsenfrüchte und dunkelgrünes Blattgemüse. Milch enthält eine große Menge an gesättigten Fettsäuren. Sie allein verursachen Herzerkrankungen.

Durch den Konsum von Milch kann das Risiko von Krebserkrankungen steigen. Zuständig für das erhöhte Risiko an Eierstockkrebs ist der Milchzucker Galaktose, der beim Abbau von Laktose entsteht. Männer können durch eine Überdosis an Prostatakrebs erkranken.

Der Kalziumbedarf lässt sich durch Gemüse und Obst leicht decken. Dunkelgrünes Gemüse (Brokkoli),Soja, Nüsse, Samen und diverse Mineralwasser-Sorten, Quinoa, Amaranth, Feigen und Kichererbsen enthalten bespielsweise viel Kalzium.

Wer sich wirklich für die gesundheitlichen Auswirkungen von Milch und Fleisch auf unseren Körper interessiert, dem empfehle ich, unbedingt das Buch “ China Study: Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise“ von T. Colin Campbell zu lesen.

Milch gilt nur noch als gesund, weil in den weltweiten Ernährungsgremien Lobbyisten, Ernährungswissenschaftler und Ärzte, PR- und Marketingfachleute sitzen, die von der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie finanziert werden. Unanbhängige Expertenstudien besagen eindeutig, dass Milch und Milchprodukte ungesund sind.10. Haben Menschen nicht schon immer Fleisch gegessen?

Menschen haben auch schon immer Kriege geführt, gefoltert und vergewaltigt, das rechtfertigt es aber nicht.

11. Ist es nicht meine Entscheidung, was ich esse?

Einerseits ja, andererseits nein.

Natürlich gibt es eine riesige Anzahl an Produkten und Nahrungsmitteln, pflanzlichen oder tierischen Ursprungs zu kaufen, nichts kann uns davon abhalten, zu essen was wir wollen.

Als Veganer sieht man dies allerdings etwas differenzierter. Mal abgesehen davon, dass es unwiderlegbare ökologische und umwelttechnische Gründe gibt, keine tierischen Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, gibt es auch noch andere Gründe zu berücksichtigen.

Die Rechte der Tiere.

Es ist sehr unwahrscheinlich, das Tiere sich freiwillig züchten lassen würden, um gegessen zu werden. Keinem Lebewesen darf das Recht auf Leben abgesprochen werden.

In unserer Gesellschaft gibt es sowieso schon Einschränkungen, was Essen angeht, denn nicht alle Tiere werden gegessen. In den meisten Ländern werden keine Hunde oder Katzen gegessen. Es wäre nur fair, dies auch auf Kühe, Schweine und Hühner auszuweiten.

Wenn es einem anderen Lebewesen schadet, ist es letztendlich keine ‚persönliche‘ Entscheidung mehr.

12. Ist das nicht alles furchtbar kompliziert?

Nein, das ist es nicht. Alles was du tun musst, ist ein paar Kochbücher zu kaufen und das Internet nach Rezepten durchforsten. Dort wirst du mehr vegane Rezepte finden, als du nachkochen kannst. Infos über vegane Kleidung oder Kosmetik kannst du dir dann auf den Seiten von Peta holen.

Für absolute Anfänger empfehle ich auch gerne die Seite von Vebu, die informieren sehr gründlich über vegane und vegetarische Ernährung. Mittlerweile gibt es ja sogar vegane Kochzeitschriften in Hülle und Fülle in jedem Supermarkt.

Die einzige wirklich wichtige Voraussetzung ist, dass du selbst kochst, denn in den meisten Restaurants und Imbissen ist die vegane Küche noch nicht angekommen,aber das wird sie.

13. Ist Veganismus nicht wider die Natur?

Rein evolutionär gesehen sieht es tatsächlich wohl so aus, dass der Mensch ein Allesfresser ist.

Allerdings heißt das nicht, dass dies auch so bleiben muss. Man hat immer eine Wahl.


Das waren die Fragen, die mir bislang am häufigsten gestellt wurden, aber zweifelsohne werden weitere Fragen folgen, daher: Fortsetzung folgt!

Ein kleines Nachwort :

Die enorme Größe seines Gehirns deutet darauf hin, dass der Mensch im Laufe der Evolution Fleisch gegessen haben muss, um sich so zu entwickeln. Das bedeutet aber nicht, dass er das weiterhin muss.

Die Menschheit hat sich seit jeher weiterentwickelt und das wird sie auch immer tun. Wir wollen alle möglichst alt werden und dabei gesund und aktiv bleiben, eine vegane Ernährung kann dies ermöglichen.

Fleischkonsum belastet das Klima und das ethische Empfinden vieler Menschen spricht auch dagegen. Was vor Millionen Jahren gut war für die Menschheit, muss nicht immer gut und richtig bleiben. Wandel hat es glücklicherweise schon immer gegeben. So werden die Essgewohnheiten unserer Eltern und Großeltern irgendwann nicht mehr die Normalität sein.

Das dieser Wandel vielen Menschen Angst macht, der in Abwehr resultiert, kann ich gut nachvollziehen, deshalb sollten Veganer auch nicht dogmatisch sein und aggressive Diskussionen führen, die ihr Gegenüber nur verärgern. Besser ist es, freundlich und mit Charme zu informieren, Rezepte zu teilen und überzeugte Fleischesser mal zum veganen Essen einzuladen! Guerillaveganer und Hardcore-Aktivisten schaden dieser von Grund auf friedlichen Bewegung mehr als sie nutzen. Ein freundlicher und höflicher Umgangston überzeugt immer leichter, als kriegerisches Wortgemetzel.

     Peace-Love and Party!

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